Das Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs am 22.Oktober 1940.
Aus 137 Orten Badens wurden am 22.Oktober 1940 über 5600 Juden - Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere Menschen, Gesunde, Kranke - auf Befehl des NS-Gauleiters Robert Wagner aus ihren Wohnungen geholt. Manchen der Deportierten liess die GESTAPO nicht einmal die zwei Stunden, die in einem Merkblatt für die Abwicklung der sogenannten Abschiebeaktion vorgesehen waren. Die von dieser Aktion überraschten französischen Behörden brachten die deportierten in das Lager Gurs am Nordrand der Pyrenäen. Hunger und Seuchen bestimmen das Lagerleben, dem vor allem viele ältere Menschen erlagen. Gurs war aber kein Vernichtungslager wie Auschwitz oder Treblinka. Wer im Besitz von Auswanderungspapieren war, konnte bis Sommer 1942 legal auswandern. Andere flohen und überlebten die Verfolgungszeit in Untergrund. Für viele Deportierte jedoch bedeutete Gurs nur eine Zwischenstation auf ihrem Leidensweg. Ab August 1942 wurden sie in Viehwaggons gesperrt und mit Zügen in die Konzentrationslager nach Auschwitz oder Sobibor transportiert.
Dort wurden die meisten von ihnen noch am Tag ihrer Ankunft ermordet.

 


Hebräische Schriftzeichen
an einem Haus in Rheinbischofsheim