Gedanken zum Sonntag:

 

Zwei Wochen schon sind die Schotten dicht, keine direkten Kontakte nach außen mehr.

Unterm Strich auch eine Quarantäne.

Draußen, irgendwo draußen, vielleicht weit weg, vielleicht aber auch verdammt nahe, ist das Virus. Es lauert nicht. Es erwartet uns nicht in irgendeinem heimtückischen Versteck. Es ist einfach unterwegs, getragen von Hand zu Hand, von Mund zu Mund, von Mensch zu Mensch. Draußen ist es. Und wir drinnen.

Hier drinnen wird uns mitunter eng. Mal mehr, mal weniger, immer ein wenig. Die ersten rufen nach Lockerung der Restriktionen. „Wir wollen raus.“

Da kommt in mir ein Bild der Bibel hoch: die Arche Noahs.

Ob die manchmal auch einen Koller bekommen haben? 40 Tage lang, umhergetrieben von der Flut, ohne die Möglichkeit, etwas zu lenken oder einzugreifen! Vielleicht waren sie genervt. Vielleicht gab es auch Ärger unterm Dach. Aber sie blieben drinnen. Denn sie wussten: Draußen ist die Flut. Das Verderben. Der Tod.

Heute sind wir es, die sich in der Arche aufhalten. Nicht in Quarantäne, sondern in einer Arche. Genauer: in Archen, aus Steinen gebaut. Wir sind „safe“, wie unsere Jugendlichen sagen. Wir sind drinnen, in Sicherheit. Es kann uns nichts Schlimmes passieren. Gott sei Dank!

Wann wird unsere Archen-Zeit vorbei sein?

Damals, zu Noahs Zeit, hörte es nach 40 Tagen auf zu regnen. Doch die Menschen in der Arche wussten: Die Flut ist noch draußen, wir müssen uns noch etwas gedulden. Sie warteten. Was sie getan haben in dieser Zeit? Niemand weiß es. Sicher trugen sie schöne Bilder in sich. Von ihrer Vergangenheit. Und von ihrer Zukunft.

Und eines Tages durften sie raus. Draußen empfing sie der Regenbogen, den der Allmächtige ans Firmament gestellt hatte. Und sie hörten seine Stimme: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Es wird der Tag kommen, an dem auch wir unsere Archen werden verlassen können. Bis dahin lasst uns nicht vergessen, dass wir in der Arche sicher sind. GOTT SEI DANK!