Gedanken zum Sonntag, den 3. Mai 2020:

 

>> Nach 40 Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf. Da redete Gott mit Noah und sprach: „Geh heraus aus der Arche – du und deine Frau und deine Söhne und deren Frauen.“ So ging Noah heraus mit seiner Frau und seinen Söhnen und deren Frauen. Noah aber baute dem Herrn einen Altar. <<

(aus 1. Mose 8)

 

Fast genau 40 Tage sind vergangen, seit wir uns in unsere Archen zurückgezogen haben. Wir haben uns erst daran gewöhnen müssen – an Enge und Ungewissheit, an Stille und an mitunter schleppend dahingehende Tage und Stunden; manche mussten mühsam lernen, Einsamkeit auszuhalten.

Bald wurden die ersten Stimmen laut, die

nach Öffnung verlangten. Hätte vor Urzeiten Noah die Tore zu früh geöffnet, hätte das Leid und Tod für alle bedeutet. Aber Noah wartete, bis Gott ihm den richtigen Zeitpunkt zeigte.

Gott sei Dank, dass auch in unserer Zeit die meisten Entscheider auf Gottes Geist der Besonnenheit gehört haben! Gott sei Dank, dass wir selbst vorsichtig geblieben sind!

Vielleicht ist es dort leichter gefallen, wo kein Verdienstausfall zu beklagen war. Oder dort, wo die Arche mit Außenanlagen ausgestattet war. Ganz bestimmt war es da leichter, wo Menschen sagen konnten: „Wir sind jetzt sicher, und deshalb ist es nun gut, wie es ist.“

Nun öffnen sich langsam wieder die Tore der Arche. Wir gehen wieder hinaus. Und wir werden feststellen, dass die Welt, in die wir nun zurückkehren, in vielem nicht mehr die Welt ist, aus der wir uns in die Arche geflüchtet haben. Doch trotzdem ist und bleibt sie die eine wunderbare Welt, die uns Gott zum Leben geschenkt hat.

Lasst uns nicht vergessen – mit dem Verlassen der Arche ist es noch nicht getan. Wir sind und wir bleiben verletzlich, alle. Lasst uns aufeinander Acht haben. Lasst uns besonnen sein. Und lasst uns nicht die Möglichkeiten verspielen, die uns jetzt geschenkt worden sind.

Lasst uns nicht vergessen – da ist noch die Sache mit dem Altar. Noahs erste Tat war nicht ein rauschendes Fest, sondern ein großes Dankgebet. Lasst uns also in Ehrfurcht der Toten gedenken und Gott aufs Neue für unser Leben und seine Bewahrung danken.

Lasst uns nicht vergessen – die Arche bleibt stehen. Rückzug, Zuflucht, Rettung – jederzeit sind sie möglich. Der die Tore der Arche geöffnet hat, der hält sie weit offen – für uns, seine geliebten Menschen. Dass wir erfüllt und glücklich leben können, ist sein Wille.

„Ich lebe – und ihr sollt auch leben“, ruft uns der Auferstandene zu. So lasst uns gehen, unter dem Regenbogen, als Gesegnete Gottes. Er geht mit – GOTT SEI DANK!