Liebe Schwestern und Brüder,

in der Regel am Sonntagmorgen, wird in vielen Gotteshäusern Rheinaus Gottesdienst gefeiert. Aber gleichzeitig finden auch an ganz anderen Orten Gottesdienste statt – Gottesdienste in anderer, in überraschender Gestalt:

(Orgel: „Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu: Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

  • In Freistett gibt eine 18-jährige Abiturientin zwei Zehntklässlern Nachhilfe in Mathematik, damit sie die Versetzung vielleicht doch noch schaffen. Eine Bezahlung hat sie entschieden abgelehnt.

(Orgel: „Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

  • Wie an jedem Sonntag geht in Linx ein Rentner an diesem Morgen nicht in die Kirche, sondern badet seine pflegebedürftige Mutter und fährt sie anschließend mit dem Rollstuhl in den sonnigen Garten.

(Orgel: „Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

  • In Helmlingen liest eine Frau ihrem erblindeten Vater Seite um Seite die Samstagausgabe des Acher-Bühler Boten vor. Danach gießt sie die Pflanzen auf dem Grab der Mutter.

(Orgel: „Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

  • In Rheinbischofsheim feiern drei Witwen miteinander den Gottesdienst am Fernsehen. Danach kocht – im wöchentlichen Wechsel – eine von ihnen das Mittagessen, die anderen machen den Abwasch.

(Orgel: „Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

  • Ein 14-Jähriger Konfirmand aus Diersheim geht heute nicht zur Kirche, sondern sitzt bei seiner Oma und erklärt ihr mit Engelsgeduld, wie das Smartphone funktioniert, das sie zum 70. Geburtstag bekommen hat.

(Orgel: „Da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“)

Die Menschen, von denen gerade die Rede war, sie alle feiern Gottesdienst – auf andere Weise, an anderen Orten und doch gleichermaßen wichtig und heilsbringend wie ein Gottesdienst in einer Kirche. All dies sind Gottesdienste in anderer, in überraschender Gestalt!

Wir hören das als Menschen, die heute und hier Gottesdienst feiern – und nun haben wir beim Nachdenken gemerkt, dass wir ja manchmal Gottesdienst feiern, ohne es wahrzunehmen!

Wenn Gottes Wort im Gottesdienst zu uns Menschen kommt, dann ist das wohltuend. Und zusätzlich gibt es viele andere Situationen in unserem Alltag, indem sich Himmel und Erde berühren.

Du kannst also Gottesdienst in einer Kirche feiern, so wie heute und immer wieder einmal. Und manchmal, da feierst du Gottesdienst in einer ganz anderen Gestalt an einem ganz anderen Ort. Beide Male geschieht Heilsames in Gottes Namen.

Vielleicht fallen dir noch viel mehr Gottesdienstorte ein, bisherige und künftige Orte.  Und wo auch immer in welcher Form auch immer wir Gottesdienst feiern – Gottes Segen begleitet uns.

Amen.