Die Orgel wurde 1960 von der Firma Mann gebaut. 
Sie besitzt 2 Manuale und 22 Register und ist eine elektronische Kegellade. 

 

           

Die Orgelpfeifen  und ein Ein-Blick in das Innere der Orgel

              Blick auf die Orgel

     Blick vom Umgang                                                      Blick von unten

Die Orgel wurde etwa 1870 von Voit in Durlach mit 24 Registern, 2 Manualen und Pedal, mechanisch gesteuerter Kegellade und einem vor dem Gehäuse stehenden mechanischen Spieltisch erbaut. Ein riesiger Magazinbalg mit einem 1929 eingebauten Ventilator (bis dahin musste er vom Kirchendiener oder von hierzu angestellten Jungens aus der Gemeinde getreten werden) stand hinter der Orgelwand im Turmraum.

1949 war bei einem schweren Unwetter durch das Dach Regenwasser in die Orgel gelaufen, dessen Spuren noch bis in die 60er Jahre in den Windladen feststellbar waren. 

Die Orgel war wegen ihrer mechanischen Kegellade und Traktur von dem Beauftragten des Denkmalpflegeamtes Freiburg unter Denkmalschutz gestellt worden.

Im Jahr 1964 beurteilte der Orgelsachverständige der Landeskirche den Klang der Orgel als „dumpf, schwerfällig und durch oft hohe Aufschnitte und durch Überintonation in keiner Weise befriedigend.“ Und: „Im Spieltisch bleiben Tasten hängen, Heuler treten auf, das Pedal klappert stark, die Traktur muss gerichtet werden…“

Ende 1967 hat die Orgelbaufirma Mann in Marktbreit die Orgel grundlegend saniert und mechanischen Spieltisch und Kegellager gegen entsprechendes elektrisches Werk umgebaut.

Blick auf den Altarraum

Blick von der Orgel (unten) zum Altar

 

Kerzenständer von Norbert Bliß

Der Kerzenständer wurde anlässlich der Renovierung (1997/98) gestiftet.

 

Melanchthon

Philipp Melanchthon

eigentlich Philipp Schwartzerdt, (1497-1560), Humanist, Pädagoge, Philologe, Reformator und führender Theologe in der Reformationszeit. Er wurde am 16. Februar 1497 als Sohn des Waffenschmieds und Rüstmeisters Georg Schwartzerdt in Bretten (Baden) geboren.  Ab 1508 besuchte er die Lateinschule in Pforzheim. Ab 1531 gab er sich den latinisierten Namen Melanchthon. Er studierte in Heidelberg und Tübingen. 1514 wurde er Magister für alte Sprachen. Sein Großonkel Johann Reuchlin empfahl ihn für den neu geschaffenen Lehrstuhl für Griechisch in Wittenberg. Diese Professur trat er 1518 an, und ein Jahr später übernahm er auch einen Lehrauftrag an der theologischen Fakultät.
Melanchthon gehörte bereits nach kurzer Zeit in Wittenberg zum engsten Mitarbeiterkreis Martin Luthers. 1521 veröffentlichte Melanchthon aufgrund seiner Auslegung des Römerbriefes seine Schrift zur reformatorischen Systematik. Seine Schulpläne und seine Auffassung vom Verständnis der Rechtfertigungslehre führten zum sogenannten antinomistischen Streit mit Johann Agricola, der als Gefolgsmann Luthers von 1525 bis 1536 Leiter der Schule in Eisleben war und die erste evangelische Schulordnung verfasst hatte.
Melanchthon suchte die Reformation im Ausgleich mit der katholischen Kirche zu verwirklichen und die Einheit des Christentums zu bewahren. Für den Augsburger Reichstag von 1530 verfasste er die insgesamt 28 mit Luther abgestimmten Glaubensartikel des Augsburgischen Bekenntnisses, die Confessio Augustana, die in Anwesenheit Kaiser Karls V. verlesen wurde.  
Im Zentrum der Melanchthon’schen Theologie steht ebenso die Rechtfertigungslehre. Nach evangelischer Auffassung wird der Mensch durch die Gnade Gottes, bzw. durch den Glauben ins richtige Verhältnis zu Gott gebracht, der durch Christus zum Menschen gekommen ist, um ihn zu rechtfertigen. Dadurch ist der Mensch zu guten Taten fähig. Melanchthon interpretiert das Heilswerk Christi als Richterspruch Gottes, um die Heilsgewissheit zu sichern. Er betonte – wie Erasmus, aber anders als Luther - den freien Willen, die bürgerliche Gerechtigkeit und ein autonomes Naturrecht. Vor allem durch seine Interpretation des Abendmahls unterschied er sich von Luther. 
Melanchthon hatte nach der militärischen Niederlage des Schmalkaldischen Bundes 1547 durch seine Parteinahme für seinen Landesherrn die Universität Wittenberg vor der Schließung und die evangelische Lehre in Kursachsen vor dem Augsburger Interim bewahren können. Er starb am 19. April 1560 in Wittenberg und wurde neben Luther beigesetzt.

 

Bucer

Martin Bucer, 
Straßburger Reformator

Martin Bucer eigentlich Martin Butzer (1491-1551), der ursprünglich den Nachnamen Kuhhorn trug, deutscher Theologe und protestantischer Reformator, war bestrebt, die verschiedenen protestantischen Gruppen seiner Zeit miteinander auszusöhnen.
Bucer wurde am 11. November 1491 in Schlettstadt (Sélestat, Elsaß) geboren. Als 15 jähriger trat er in den Dominikanerorden ein. Er wurde Anhänger Luthers, stand aber auch in Nähe zum Humanisten Erasmus. 1521 trat er aus dem Dominikanerorden aus und heiratete die ehemalige Nonne Elisabeth Silbereisen.
In Straßburg übernahm Bucer bald eine führende Rolle. Bucer wollte immer undogmatisch sein, bei allem Eintreten für kirchliche Disziplin. 
Er vermittelte im Streit der Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli über die Einsetzungsworte zum Abendmahl. Er diskutierte häufig mit Täufergruppen und versuchte Katholiken und Protestanten mit einer Kompromisstheologie im Religionsgespräch in Regensburg 1541 zu versöhnen. Nach seiner Verbannung aus Straßburg wegen seines Widerstandes gegen das Augsburger Interim (1548), das von Kaiser Karl V. verhängt wurde, fand er Schutz in England. Dort lehrte er Theologie an der Universität Cambridge und half bei der Durchführung der Reformation in der englischen Kirche. Bucer starb am 28. Februar 1551 in England. Beim vorübergehenden Wiederaufleben des Katholizismus in England unter Königin Maria Stuart wurde sein Leichnam exhumiert und 1557 öffentlich verbrannt.

 

 

Die Luther Rose 

'Das Christenherz auf Rosen geht,
wenn's mitten unterm Kreuze steht.'

Luther deutet sein Wappen in dem Brief vom 8. Juli 1530 an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler als ein "Merkzeichen seiner Theologie":

"Das erst sollt ein Kreuz sein schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen gläubt, wird man gerecht. Ob's nu wohl ein schwarz Kreuz ist, mortificere, und soll auch weh tun, noch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern behält lebendig. Justus enim fide vivet, sed fide crucifixi. Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, und kurz in eine weiße fröhliche Rosen setzt, nicht wie die Welt Fried und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist des Geistes und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarbenen Feld, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen, und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und um solch Feld einen güldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet, und kein Ende hat, und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höhest, köstlichst Erz ist."

 

 

 

 

Alterfenster

Das zentrale Altarfenster
'Lasset die Kinder zu mir kommen..."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Die beiden Gesichter unserer Jesus Christus Darstellungen
Links die des Fensters, rechts die des Altarkreuzes

 

Sternenhimmel
Blick vom Altarraum nach oben in unseren Sternenhimmel.

Der gesammte Altarraum wurde bei der Renovierung 1997/98 wieder in den den Originalzustand gebracht. Die Ornamente in den Fensterlaibungen wurden von Originalen auf der Wand rekonstruiert. Die Originalvorlagen sind bei genauem Hinsehen sichtbar. Leider nicht auf diesem Foto, das ist technisch nicht möglich.

ZentralerBlick

Wenn Sie in der Mitte unseres Kirchenraumes stehen, ist das der senkrechte Blick nach oben.

Die obersten Fenster waren für fast 50 Jahre nicht sichtbar, erst bei der großen Renovierung 1997/98 wurde die Zwischendecke, auch weniger liebevoll "Deckel" genannt, entfernt.
Auch der obere Umgang wurde wieder hergestellt, das Original fiel der Zwischendecke zum Opfer. Es erfordert allerdings eine gute Kondition die Stufen bis dort oben hinaufzusteigen, und eine gewisse Höhenfestigkeit, sich auf dem Umgang aufzuhalten. Es sind ja nur über 10 Meter bis zum Boden. 


In den Ecken des Bildes sehen Sie die Symbole der vier Evangelisten, diese Blicken auf die Gemeinde herab. In den nachfolgenden Bildern werden die Symbole einzeln in Großaufnahme gezeigt und kurz erläutert. 

Loewe

 

Der Löwe ist das Symbol für den Evangelisten Markus

Der Löwe bezeichnet Markus , weil uns Markus schon in den ersten Zeilen seines Evangeliums von der Stimme spricht, die in der Wüste ruft.

Der Löwe ist aber auch ein Zeichen für Christus . In der Frühzeit nahm man an, daß er mit offenen Augen schläft. So wurde er mit Christus im Grab verglichen: von seiner menschlichen Seite her war der Erlöser im Grab tot (der Löwe schläft), aber kraft seiner Göttlichkeit wachte er (der Löwe schläft eben mit offenen Augen).

Der Löwe kann schließlich aber auch für eine Tugend stehen. Als „fest und ohne Furcht wie ein Löwe“ gilt nach der Bibel ein Gerechter, der sich nicht fürchtet.

Stier

Der Stier oder Ochse ist das Symbol für den Evangelisten Lukas

Der Stier als Opfertier versinnbildlicht Lukas , der mit dem vom Priester Zacharias dargebrachten Opfer sein Evangelium beginnt.

Der Stier ist aber auch ein Zeichen für Christus . Der Stier als Opfertier lässt an die Passion Christi denken, an das Opfer, das der Erlöser mit seinem Leben für die gesamte Menschheit erbracht hat.

Der Stier kann schließlich aber auch für eine Tugend stehen. Als Opfertier steht er für die Kunst zu verzichten, nicht alles haben zu müssen. Das ist – wie man am Stier sehen kann – ein Zeichen nicht für Schwäche, sondern für Stärke.

Jungfrau

Der Engel oder die Jungfrau ist das Symbol für den Evangelisten Matthäus

Das Bild für Matthäus ist der Mensch, weil er sein Evangelium mit einem Stammbaum Jesu beginnt.

Der Mensch ist aber auch ein Zeichen für Christus . Er erinnert an die Fleischwerdung Christi (Weihnachten). Jesus ist wirklich Mensch geworden.

Der Mensch kann schließlich aber auch für eine Tugend stehen. Da der Mensch vernunftbegabt ist, kann von ihm erwartet werden, daß er auf dem Weg der Erkenntnis weiter voran schreitet – und zwar vor allem im Sinn der Gottes-, Menschen- und Selbsterkenntnis.

Adler

Der Adler ist das Symbol für den Evangelisten Johannes

Der Adler ist das Bild für Johannes , weil uns dieser mit dem Beginn seines Evangeliums über Vorgänge im Himmel berichtet.

Der Adler ist aber auch ein Zeichen für Christus . Er steht für die Himmelfahrt Christi. Er erhob sich wie sich ein Adler in die Luft erhebt.

Der Adler kann schließlich aber auch für eine Tugend stehen. Der Adler kann sich bis in höchste Höhen aufschwingen. Er kann sogar der Sonne ins Auge blicken. So sollte ein Christ auch den ewigen Dingen ins Angesicht sehen können.

Vielleicht ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß es sehr viele, vor allem ältere Gaststätten gibt, die Löwe, Ochse, Engel oder Adler heissen. 
Das ist unter anderem darin begründet, daß die Gaststätten um die Kirche nach den Evangelisten benannt werden mussten. 
(Hätten Sie das gewusst ?)

Einer der Abendmahlskelche in der Bischemer Kirche; 1832 von der Großherzog Carl Friedrich Stiftung erhalten.

Einer der Abendmahlskelche in der Bischemer Kirche
1832 von der Großherzog Carl Friedrich Stiftung erhalten.

Foto: H.Bliß

 

 

 

 

 

 

 

Uhr

Die Originalturmuhr. Von 1876 - 2000 in Betrieb.

Die Turmuhr und das Schlagwerk der Glocken sind im Eigentum und in der Verantwortung der politischen Gemeinde Rheinbischofsheim. 
Diese Uhr steht im Stockwerk unterhalb der äußeren 3 Turmuhren auf Höhe des Umganges im Oktogon des Kirchenraumes. Bis in das Jahr 2000 musste diese Uhr einmal täglich vom Kirchendiener manuell aufgezogen werden. 
Über 10 Höhenmeter müssen über Treppen überwunden werden um diese Uhr zu erreichen. 
Im Jahre 2000 wurde diese Turmuhr ausser Betrieb genommen und durch eine elektronische Funkuhr ersetzt und ist nun immer auf die Sekunde genau.

 

 

 

 

Uhrenraum

Blick vom Podest der Treppe zu den Turmuhren in den Raum der alten Hauptuhr.

Die alte Hauptuhr, im obigen Bild, steht am unteren Bildrand im Schatten, der helle rechteckige Fleck ist der Punkt an dem die Achse für den Antrieb der Turmuhren herausging.
Die offenstehende Tür ist der Zugang vom Treppenaufgang in diesen Raum.
Die Tür zur linken ist der Zugang zum Umgang des Oktogons im Kirchenraum.

Die Perspektive wirkt verzerrt, aber der Raum ist tatsächlich über 4 Meter hoch

 

 

 

 

Zu den Glocken

Blick vom Raum hinter den Turmuhren zum Austieg in den Glockenstuhl.

Auch hier handelt es sich um einen sehr hohen Raum. Andeutungsweise sieht man auf dem Foto, dass sich der Raum nach oben verjüngt.
Auf der Außenaufnahme des Turmes sehen Sie, das der Turm, oberhalb der Turmuhren, von einer quadratischen Basis in ein Achteck, im Glockenstuhl, übergeht.

 

 

 

 

   

Glockenstuhl

Die vier Glocken des Hanauer Doms.

Oben rechts und oben mitte sind die Glocken für den Viertelstunden-Schlag.
Die grosse Glocke unten macht den Stundenschlag.

Wir werden versuchen die Glocken einzeln vorzustellen, aber es ist sehr schwer auf dem begrenzten Raum im Glockenstuhl Aufnahmen der Glocken zu machen .

Wir arbeiten daran, und wir werden es auch irgendwann schaffen.

 

 

 

 

GrGlocke

Die grosse Glocke.

Diese Glocke läutet das Scheidzeichen bei einem Todesfall in der Gemeinde.
Jede volle Stunde wird Sie angeschlagen und zählt die Stunden.

 

 

 

 

 

 

 

     

Blick vom Glockenstuhl nach Osten zum Schwarzwald.                  Blick vom Glockenstuhl nach Osten in die Kirchstrasse.

   

Blick vom Glockenstuhl nach Süden in die Kirchstrasse.

Blick nach Südwesten.
Dort in der Ferne ist das Münster von Straßburg zu erkennen. Nur ein Katzensprung trennt Bische von Straßburg, einem der großen geistlichen Zentren der Oberrheingrabens und Treffpunkt der Mystiker des Mittelalters; dort hielten sich Tauler, Eckehart und Seuse auf; und Nikolaus von der FGlue wollte gar barfuß von der Schweiz aus dort hin wandern.